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Mittwoch, 04. Februar 2015, 16:02 Uhr

Fasching, Karneval, Fastnacht – Hintergründe zum verrücktesten Fest des Jahres


Fasching
Dieses Jahr findet Fasching in der dritten Februarwoche statt, zumindest die „Hauptveranstaltungen“ rund um Rosenmontag und Faschingsdienstag. Die Saison beginnt ja bekanntlich schon viel eher, am 11.11. Wissen Sie eigentlich, warum die närrische Zeit gerade an diesem Tag startet und warum Krapfen jetzt Hochsaison haben? Diese und viele weitere Fragen zur Faschingstradition möchten wir mit dem heutigen Beitrag beantworten.


Warum wird Fasching gefeiert?


Zum Sinn und Ursprung des Faschingsfestes sind die Forscher geteilter Meinung. Im Grunde genommen gibt es drei Hauptdeutungen:

1. Heidnisches Volksfest zum Winterende

Das Fest soll in dieser Herkunftsdeutung den Übergang vom Winter zum Frühling verdeutlichen. Vorräte vom Winter wurden größtenteils aufgegessen, um zu verhindern, dass sie während der Fastenzeit verderben. Die Verkleidungen dienten wiederum dazu, die Wintergeister, also Kälte und Dunkelheit, zu vertreiben.

2. Ursprünglich griechisches Fest

Ende Februar ehrten die Griechen den Gott Dionysos mit einem drei Tage andauernden Fest. Da Dionysos nicht nur als Gott des Weines, sondern auch der Lebensfreude und der Fruchtbarkeit gilt, waren die Feierlichkeiten immer sehr ausgelassen. Außerdem wurde zu diesem Anlass der erste neue Wein verkostet.

Dass Karneval auf dieses Fest zurück geht, führen Forscher auch auf das lat. „carrus navalis“ zurück, ein Schiffskarren, auf dem der Gott zu Beginn des Festes in Hellas eingefahren sein soll. Von „carrus navalis“ könnte das Wort Karneval abgeleitet sein.

3. Karneval und Fastenzeit

Die katholische Kirche war von dem zügellosen Verhalten des heidnischen Festes natürlich ganz und gar nicht begeistert. Sie knüpfte daher das Fest an die Fastenzeit an. Fasching sollte sozusagen als gottloses, sündenhaftes Leben präsentiert werden, eine Zeit, in der der Teufel an der Macht war. Am Aschermittwoch wurde dem Ganzen jedoch schon wieder ein Ende gesetzt, sozusagen als unausweichliche Zuwendung zu Gott. Auf die Zeit der Völlerei folgte die Fastenzeit.

Nach dieser Deutung würde das Wort „Karneval“ vom lateinischen „carne vale“ („Fleisch lebe wohl) abstammen.


Warum gibt es so viele Bezeichnungen für die närrische Zeit?


Karneval, Fasching, Fastnacht – je nach Region wird das Fest in Deutschland unterschiedlich bezeichnet. „Fasching“ sagt man z.B. vor allem in Süddeutschland. Die Bezeichnungen existieren parallel, weil wie oben beschrieben die Herkunft des Faschingsfestes nicht genau geklärt ist.

Die Herkunft des Wortes „Karneval“ haben wir ja schon angesprochen – es leitet sich entweder von „carrus navalis“ oder von „carne vale“ ab. Das Wort „Fastnacht“ bezieht sich auf die Nacht vor dem Fasten. Mit der Zeit wurde der Begriff aber auf die gesamte närrische Zeit vom 11.11. bis zum Tag vor Aschermittwoch übertragen. „Fasching“ stammt vom Mittelhochdeutschen „vast-schanc“ ab und bezieht sich auf den großzügigen Ausschank vor der Fastenzeit.


Wo wird Fasching gefeiert?


Ob es nun „Karneval“ oder „Fasching“ genannt wird, das ausgelassene Fest wird weltweit gefeiert. Am aufwändigsten und umfangreichsten sind die Feiern aber in katholischen Regionen Europas sowie in Lateinamerika. Einer der bekanntesten ist sicherlich der Karneval in Rio de Janeiro. Die kulturellen Wurzeln tragen maßgeblich dazu bei, wie der Karneval in den verschiedenen Regionen der Welt stattfindet.


Was hat es mit dem 11.11. auf sich?


Die Faschings-Saison startet traditionell am 11.11. um 11.11 Uhr, ein Elferrat nimmt bei Fastnachtssitzungen den Vorsitz ein. Wieso taucht im Karneval immer wieder diese Zahl auf? Die 11 gilt traditionell als närrische Zahl und als Zeichen der Unvollkommenheit, Maßlosigkeit und Sünde. Ganz geklärt ist der Ursprung dieser Deutung aber nicht. Der Elferrat kann z.B. auch als Parodie auf offizielle Gremien gedeutet werden, die meist aus zehn oder zwölf Personen bestehen.


Warum verkleidet man sich an Fasching?


Die Verkleidung geht auf den Brauch zurück, die Wintergeister zu vertreiben und gleichzeitig den Frühling herbeizurufen. Verstärkt wurde das Ganze mit lautem Gerassel, Glocken, Trommeln und vielem mehr, was Krach verursacht.

Das hat sich im Laufe der Jahrhunderte stark gewandelt. Heute ziehen Kinder und Erwachsene einfach das Kostüm an, das ihnen am besten gefällt, die Kleinen natürlich meistens von ihren Lieblingsfiguren. Bei Umzügen werden die Kostüme oft dazu genutzt, um Personen oder bestimmte Ereignisse zu parodieren.


Warum sind gerade Pfannkuchen bzw. Krapfen an Fasching so beliebt?


Im Süden der Krapfen, im Norden der Pfannkuchen oder der Berliner. Auch wenn das Schmalzgebäck regional unterschiedliche Namen trägt, ist er bundesweit untrennbar mit Fasching verbunden.

Im Mittelalter war das Gebäck gerade in der Faschingszeit so beliebt, weil es relativ günstig und nahrhaft war. Auch ärmere Schichten konnten sich diesen Genuss leisten. Außerdem wollte man damit die Fettreserven, die von der letzten Schlachtung übrig waren, aufbrauchen. Immerhin folgte auf die Zeit des Genusses die Zeit des Fastens. Mittlerweile ist der Krapfen/Pfannkuchen/Berliner das ganze Jahr über erhältlich. Doch nur an Fasching ist er in einer riesigen Vielfalt erhältlich, zumindest in den faschingsfreudigen Regionen. Da übertreffen sich die Bäcker bei den Füllungen genauso wie bei den Glasuren.







Geschrieben von: Tobias



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